Eine „Rucksackdeutsche“: Flucht, Überleben und Neubeginn der Magdalena Müller aus Schlesien

Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:35 Uhr

Was:
Alte Heimat, neue Heimat?

Wo:
Rucksack

Wer:
Rolf Müller

Klaus Müller

Kleus Müller

Dieser Rucksack erzählt die Geschichte von Magdalena Müller, geboren 1923 als Magdalena Heckel in Neiße, gestorben 2020 in Ulm


Im Sommer 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, brachte Magdalena ohne den Kindsvater Adolf Müller, der im Krieg dienen musste, ihr erstes Kind zur Welt, das Töchterchen Dolores.


Im Februar 1945 näherte sich die Rote Armee der Sowjetunion der schlesischen Stadt Neiße. So flüchteten Magdalena mit ihrer kleinen Tochter, mit ihrer Mutter Cäcilie und mit ihrer Schwester, die auch Cäcilie hieß, mit dem letzten Zug über Tschechien nach Österreich. Die vier erreichten Kirchdorf an der Krems im oberösterreichischen Traunviertel. Magdalenas Vater Carl Heckel und Cäcilies Mann Franz Langer konnten sich einige Wochen später ebenfalls nach Kirchdorf durchschlagen.


Nach der Kapitulation des Deutschen Reichs am 8. Mai 1945 wiesen die österreichischen Behörden die sechsköpfige Familie als Reichsdeutsche aus – denn Deutsche waren damals Nazis, Österreicher aber nicht. Wieder mit der Eisenbahn gelangte die Familie nach Heidenheim. Hier wurde sie von der US-amerikanischen Besatzungsmacht in ein Barackenlager auf dem heutigen Brenzpark-Gelände eingewiesen, wie ein Gefängnis mit Stacheldraht eingezäunt und von der US Army bewacht.


Auf ihrer langen Flucht trug Magdalena ihre ganze Habe, vor allem Ausweis, Sparbuch und Wäsche, in diesem Rucksack mit sich von Neiße in Schlesien bis nach Heidenheim an der Brenz. Behältnisse wie dieser trugen den rund 13 Millionen Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten den Spottnamen Rucksackdeutsche ein.


Wie Magdalena Müller und ihr Ehemann wieder zusammenfanden, wie sie sich im Landkreis Heidenheim langsam etablierten, weitere Kinder bekamen und wie sie zu Einheimischen wurden – das erzählt die lange Fassung dieser Geschichte.

 

Initiates file downloadHier können Sie die Geschichte der Magdalena Müller hören.