Brautkrone der Iglauer Hochzeitstracht
Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:31 Uhr
Was:
Alte Heimat, neue Heimat?
Wo:
Brautkrone
Wer:
N. N.
Die Iglauer Sprachinsel lag in der Markgrafschaft Mähren, war also ein Teil der österreichischen K.u.K.-Monarchie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre deutschsprachigen Bewohner vertrieben.
Die hier ausgestellte Brautkrone nahmen die Iglauer mit in die neue Heimat, weil sie einen ganz besonderen Aspekt ihrer Kultur und Tradition repräsentiert.
Die etwa 30 cm hohe, silberglänzende Brautkrone, der Brautkranz, war nämlich das wesentliche Kennzeichen einer Braut im Iglauer Gebiet. Ein nach oben kegelstumpfartig verjüngtes Drahtgestell war reich mit Lamettasträußchen und Silberblättern besteckt, zwischen denen von Perlen eingefasste Spiegelscheibchen funkelten. Baumelnde, silbrige Tropfenperlen, die Glonern, ließen bei jeder Bewegung des Kopfes ein zartes Klingeln ertönen.
Das Klingeln sowohl, als auch die vielen blanken Spieglein dienten einem Unheil abwendenden Zweck: Jeder Dämon, der sich der Braut näherte, musste, vielfach vermehrt, in seine eigene hässliche Fratze blicken, so dass er, tief erschreckt, sofort kehrt machte und in die weite Welt entfloh.
So konnte die Braut eine glückliche Ehe führen.
