Eine Iglauer Bauernfidel
Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:30 Uhr
Was:
Alte Heimat, neue Heimat?
Wo:
Bauernfidel
Wer:
N. N.
Die Fidel war im Mittelalter das gängige Streichinstrument in Europa. In der höfischen Musik wurde sie im 15. Jahrhundert durch Gamben und Violen abgelöst. In der Iglauer Sprachinsel hat sich die Fidel als Volksinstrument in urtümlicher Weise erhalten.
Diese Fideln werden in Einbaum-Bauweise gebaut: Korpus, Zarge, Hals und Kopf sind aus einem Stück Ahornholz herausgearbeitet. Die Decke ist aus Fichtenholz, Griffbrett und Saitenhalter aus Weichsel. Die Wirbel sind von unten durch den Kopf gesteckt. Die rosshaarbespannten Bögen weisen eine Zahnstangen-Spannvorrichtung auf. Die Abstammung von den alten Borduninstrumenten zeigt am deutlichsten die klobige Bassgeige, genannt Ploschperment. Der Lautverstärkung dient bei den Fideln der kammförmige Steg, der für den typischen, etwas kreischenden Ton verantwortlich ist.
Die traditionelle Besetzung des Iglauer Fiedelquartetts besteht aus zwei viersaitigen Klarfideln, einer dreisaitigen Grobfidel, die Begleitfiguren spielt, und dem Ploschperment. In dieser Besetzung wurde zu allen möglichen festlichen Anlässen – typischerweise auf Hochzeiten -, zum Tanz aufgespielt und beim geselligen Singen im Wirtshaus begleitet.
Nach dem Ende der Iglauer Sprachinsel griff ie tschechische Bevölkerung in Jihlava den Brauch des Fidelspiels auf. Heute spielen bisweilen deutsche und tschechische Quartette gemeinsam.
