Eine neue Heimat für die Heiligen
Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:28 Uhr
Was:
Alte Heimat, neue Heimat?
Wo:
Piaeta, Heiligenfiguren, Kerzen im Ständer
Wer:
N. N.
Neudorf war ein schwäbisches Dorf in der Batschka, am Ufer der Donau, rund 120 km nordwestlich von Belgrad. Siedler aus Oberschwaben und Vorderösterreich hatten sich ab 1734, eingeladen von Kaiser Karl VI., in dem fast menschenleeren, kurz zuvor von den Osmanen geräumten Gebiet niedergelassen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bewohner vertrieben, teils auch getötet. Neudorf hieß nun Novo Selo und gehörte zu Serbien. Im Laufe der Jahre zerfiel die 1827 erbaute Heilige Mutter-Anna-Kirche. Das Dach verrottete, es regnete hinein.
Ab den 1970er Jahren begannen deshalb ehemalige Neudorfer, große Teile des Figuren- und Bilderschmucks zu retten. Dies geschah in Abstimmung mit dem Bischof und dem für Novo Selo zuständigen Pfarrer des Nachbarorts – aber nicht im Einvernehmen mit den staatlichen Behörden. Die Figuren der Heiligen, die Bilder, Engel und die Kerzenhalter mussten daher unter abenteuerlichen Umständen im Kofferraum heimlich über die Grenze geschmuggelt werden. Nachdem sie mit finanzieller Unterstützung eines ehemaligen Neudorfers restauriert worden waren, fanden sie in der Heimatstube im Klosterhof in Steinheim eine neue Heimat.
