Ernst Reif aus Jena stellt die Heidenheimer Industrie von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft um

Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:25 Uhr

Was:
Alte Heimat, neue Heimat?

Wo:
Munitionskisten

Wer:
Ernst Reif

Munitionskisten von Ernst Reif

Munitionskisten von Ernst Reif


Im Juni 1945 langte in Heidenheim ein Treck von rund zweitausend Personen an. Der bestand aus Mitarbeitern der Firma Carl Zeiss und der Universität in Jena mit ihren Familien, die von den US-Amerikanern umgesiedelt worden waren, bevor die sowjetische Rote Armee in Thüringen einrückte. Mit diesem Treck kam auch der Chemiker Ernst Reif nach Heidenheim, der hier im Katzental das Heidenheimer Chemische Laboratorium gründete. Reif nahm als Mitgesellschafter Gerhard Kepler und Alfred Bader in die Firma auf, die sich nach dem Beginn der drei Vornamen EGA nannte.


Bis Kriegsende hatten versehrte Artilleristen in den Tälern um Heidenheim die hier produzierten 8,8 cm Fliegerabwehrkanonen (Flak) eingeschossen. Munition für dieses Geschütz war also reichlich vorhanden. EGA sammelte die scharfen Granaten ein – und zwar in Kisten, wie sie hier ausgestellt stehen – und wandelte den enthaltenen Sprengstoff chemisch in Zucker-Ersatz um.


Als eines Tages eine der Flak-Granaten explodierte und drei oder vier Arbeiter starben, zog das Werk nach Steinheim am Albuch um. Später übernahm die Sigma Aldrich Corporation mit Sitz in den USA das von Ernst Reif in Heidenheim gegründete Unternehmen.