Luise Weinbrenner aus der Schweiz eröffnet den ersten Kindergarten in Söhnstetten

Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:22 Uhr

Was:
Alte Heimat, neue Heimat?

Wo:
Papierblumenbilder, Bilderbuch, Holzkiste

Wer:
Luise Weinbrenne

Luise Weinbrenner aus Söhnstetten

Luise Weinbrenner aus Söhnstetten



Der Pfarrer von Söhnstetten, Friedrich Weinbrenner, wurde 1929 unerwartet Witwer und stand nun alleine mit fünf unmündigen Kindern da. Durch die Vermittlung von Freunden lernte er die 1882 geborene Luise Seeger aus der Schweiz kennen, die dort unverheiratet selbständig gelebt hatte. Als ausgebildete Kindergärtnerin war sie berufsbedingt mit fortschrittlichem Gedankengut in Berührung gekommen, mit moderner Pädagogik, mit Psychologie und Ernährungslehre.

Luise kam 1929 nach Söhnstetten, heiratete den Pfarrer Weinbrenner und packte ihre neuen Aufgaben mit großer Freude und viel Elan an: die Betreuung der verwaisten Kinder ebenso wie ihre Pflichten als Pfarrersfrau. Damals war es noch üblich und wurde erwartet, dass die Frau des Pfarrers tatkräftig in der Gemeinde mitarbeitet. Leider waren ihr nur gut fünf Jahre in Söhnstetten vergönnt. Sie starb schon 1934 an einer schweren Krankheit.

Die ausgestellten Stücke sind wohl im Rahmen von Luises Ausbildung zur Erzieherin entstanden. Sie verweisen auf das Erbe, das Luise Weinbrenner der Gemeinde Söhnstetten hinterlassen hat: sie gründete dort den ersten Kindergarten. Der entlastete die geplagten Bäuerinnen sehr und bot den Kindern eine erste vorschulische Bildungschance.

Die Exponate:

ein von Luise gestaltetes Heft mit Papierblumenbildern,

ein selbstgemachtes Bilderbuch und

eine kleine Holzkiste mit folkloristischer Bemalung aus der Schweiz.