Grabstein des Titus Flavius Vitalis aus Gallien
Wann:
Samstag 17. Mai 2025,
22:19 Uhr
Was:
Exponate
Wo:
Stein eines Grabmonumentes
Wer:
Titus Flavius Vitalis
Dieser Stein mit eingemeißelter Inschrift war ursprünglich Teil eines größeren Grabmonuments, das wahrscheinlich im römischen Gräberfeld am Südhang des Totenbergs errichtet worden war. Die Inschrift und deren Übersetzung aus dem Lateinischen lauten:
D(is) M(anibus) (sacrum) / T(itus) Fl(avius) Vitalis / civ<i>s Kal(etus) / vix(it) an(nos) septuaginta / Fl(avius) Aucus, lib(ertus) / et (h)eres fac(iendum) cur(avit)
Den guten Totengeistern (ist dieses Grabmal geweiht). Titus Flavius Vitalis, caletischer Bürger, hat 70 Jahre gelebt. Flavius Aucus, sein Freigelassener und Erbe hat für die Errichtung (des Grabmals) gesorgt.
Titus Flavius Vitalis gibt sich durch seinen dreiteiligen Namen als römischer Bürger zu erkennen. Zugleich war er Bürger des ursprünglich keltischen Stammes der Caleten, die nördlich des Unterlaufs der Seine siedelten. Die alte Heimat des vermutlich um die Mitte des 2. Jahrhunderts in Aquileia / Heidenheim Verstorbenen lag also in der heutigen Normandie. Vitalis dürfte ein gewisses Vermögen besessen haben, konnte er sich doch mindestens einen Sklaven, seinen späteren Freigelassenen und Erben Aucus, sowie ein Grabmonument leisten. Vielleicht gründete sein Wohlstand auf einer Tätigkeit als Händler mit wirtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat oder gar als Heereslieferant in der vom Militär geprägten Grenzregion rund um Aquileia / Heidenheim.
Kalkstein. Fundort: Aquileia / Heidenheim. Ca. 2. Jh. n. Chr. Museum im Römerbad, Inv.-Nr. HiMu HDH 19576236.
Der Transport des rund 600 kg schweren Steins hätte den Kostenrahmen dieser Ausstellung gesprengt.
